Ich hatte es mir ja schon immer vorgenommen und wieder und wieder versprochen. Und doch habe ich es seit November nicht mehr geschafft, einen neuen Beitrag zu verfassen. Als dann aber vor ein paar Wochen eine Anfrage für einen Gastbeitrag zum Thema Immobilien, Wohnen und Finanzen per E-Mail bei mir eintrudelte sagte ich mir: “Henning, das nimmst Du lieber selbst in die Hand”. Und so soll es sein.
Seit dem letzten Eintrag hat sich viel verändert. Ich persönlich stehe Veränderungen manchmal ja kritisch gegenüber. Oder anders formuliert: Sie kommen meistens zur falschen Zeit. Das neue Klettergerüst in der Grundschule wurde erst eröffnet, als ich auf das Gymnasium wechselte, die Aufhebung der Klassenteilung in Französisch und Latein erfolgte ein Jahr nach der fatalen Entscheidung De Bello Gallico lesen zu wollen und sowohl das Semesterticket NRW als auch den Studentenausweis in Kreditkartenformat hätte ich mir eher gewünscht. Und auch aktuell hätte ich Euch gerne das nächste halbe Jahr mit Beiträgen aus Südafrika bei Laune gehalten, aber aufgrund mir eher unklarer Vorschriften der dortigen Regierung ist eine Diplomarbeit bei BMW unten am Kap leider auch nicht möglich.
“Schluss mit der Logorrhö – sag uns lieber mal, was sich wirklich verändert hat!” mault Ihr? Aber sicher doch. Ich wohne mittlerweile wieder in Aachen, nachdem ich das Praktikum in München erfolgreich beendet habe. Die letzte Klausurphase meines Lebens habe ich auch ganz gut überstanden und in spätestens sechs Wochen werde ich entweder in Aachen oder irgendwo in Deutschland mit meiner Diplomarbeit anfangen. Aber privat hat sich auch etwas verändert, denn in der Heimat liegen jetzt Schnuller rum. Also nicht von mir, die Schnuller. Und auch nicht das dazugehörige Baby – aber mit einer Nichte gehört der Nachwuchs immerhin zur Familie.
“Und warum hast Du davon nicht schon eher erzählt?” hakt Ihr nach? Teilweise habe ich das ja schon mit langen Arbeitszeiten erklärt. Und über die Arbeit wird prinzipiell nicht gebloggt. Für die Zeit danach in Aachen gilt die Klausurvorbereitung als Ausrede. Ich bin ja fast nicht mal zum Tauchen gekommen, wie soll das Blog da mithalten können? Jetzt habe ich ja wahrscheinlich noch ein paar freie Wochen und werde diese endlich dazu nutzen, die letzten Fotos aus China zu bearbeiten und die Fotos zu einer kleinen Präsentation zusammenzufassen. Und nebenbei bleibt jetzt sicher auch Zeit, über meinen Tauchurlaub auf Gozo berichten. Oder über das letzte Wochenende in Hamburg. Oder, oder, oder – Hauptsache nichts über Immobilien, Wohnen und Finanzen…
Mein neues Zuhause oder Der Name war Programm
5 Comments Published Friday, 20. November 2009 - 8:48 Uhr in FreistaatIch bin Euch wohl noch eine Erklärung schuldig, was es mit der ganzen Wohnungssuche auf sich hatte – Ihr erinnert Euch ja sicher noch?! “Das schon, aber es interessiert uns eigentlich nicht mehr, Henning” KÖNNTET Ihr jetzt sagen, aber weiterlesen lohnt sich hier ja hoffentlich auch immer.
Als ich mir die Wohnung in Schwabing-West anschaute, da waren mir der Hauptmieter und das Zimmer gleich sympatisch, obwohl sich mein zukünftiger Mitbewohner im Urlaub befand und ich somit ‘blind’ in die Wohnung einziehen sollte.
“Vorhin war schon einmal ein Interessent da, bei dem ich mir nicht sicher war. Aber Du und mein Mitbewohner, Ihr werdet Euch sicher super verstehen.” Doch er irrte sich.
“Das Zimmer von meinem Mitbewohner sieht gerade etwas unordentlich aus, aber sonst ist hier immer alles picobello und das wird auch während Deiner Zeit hier so sein.” Doch er irrte sich.
“Ich gehe bis Ende Dezember nach Australien zum studieren und komme vorher mit Sicherheit auch nicht zurück.” Doch – und Ihr ahnt es sicher schon – er irrte sich.
Kaum war ich aus München wieder zurück und hielt mit etwas Verzögerung den unterschriebenen Mietver- trag in der Hand, bekam ich eine E-Mail, die ich so in der Form nicht erwartet hatte:
“Es tut mir leid, aber es ist hier leider nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte und jetzt sitze ich schon am Flughafen und bin morgen wieder in München. Du kannst natürlich erstmal bei mir einziehen und dann schauen wir weiter. Wenn Du bis dahin allerdings eine andere Wohnung findest, musst Du bei mir natürlich nicht mehr einziehen und ich überweise die Miete zurück.”
In München versuchte er dann seine Situation zu erkären. Die Universität in Surfers Parardise sei garnicht so gewesen, wie er sich Australien vorgestellt hatte. Und darum habe er das Angebot der Universitätsverwaltung, die Studiengebühren in den ersten drei Tagen zurückzubekommen, nach zwei schlaflosen Nächten wahrgenommen. Aber nächstes Jahr würde er es in Sydney noch einmal versuchen. Diese neuen Pläne hatten ihn jedoch in keinster Weise dazu veranlasst, sich wenigstens Sydney mal vor Ort anzuschauen, um die Stadt mit seinen Vorstellungen von Australien abzugleichen. Und überhaupt, Australien sei ja auch ganz schön weit weg.
Spätestens ab dann hatte ich für ihn nicht einmal mehr ein müdels Lächeln übrig. Ich nickte gedankenverloren bei seinen weiteren Erklärungsversuchen und fragte mich, ob ich seinem Nachnamen mehr Bedeutung beimessen sollte – der junge Mann hieß Angstmann. Und wohnte ab jetzt im Esszimmer, so dass wir aus der 2er-WG eine 3er-WG formten. Alles weitere werde ich Euch an dieser Stelle ersparen, aber obwohl er mir angeboten hatte, wenigstens bis Ende November in seinem Zimmer zu bleiben, suchte ich mir schleunigst eine neue Bleibe in einem anderen schönen Stadtteil Münchens.
Jetzt wohne ich bei Wolfgang, der sich trotz seines bayrischen Akzents und seinen passend zum Anzug für die mündliche Examensprüfung gekauften Wanderschuhen gern als Mann von Welt bezeichnet. Ich weiß zwar nicht, ob er schon einmal in Australien war – sympatisch ist er mir trotzdem.
Serien und Tatorte oder Jetzt geht’s wirklich weiter
0 Comments Published Friday, 20. November 2009 - 0:34 Uhr in AllgemeinHätte ich für das Blog Eintritt verlangt, müsste ich vor den Gläubigern wohl mittlerweile flüchten. Und ja, es könnte sein, dass ich mich mit meinem groß angekündigten Versprechen eventuell etwas verschätzt habe. Aber ich habe immerhin auch eine Erklärung dafür. “Ja klar, Du spielst ja in Deiner Freizeit auch nur noch mit Deinem neuen iPhone rum” höre ich Frau K. schon wieder nörgeln, aber daran liegt es nicht. Schuld ist mein neuer bayrischer Arbeitgeber. Doch das wird jetzt anders und ich sage Euch auch warum:
Während es in den ersten zwei Wochen noch recht ruhig war, hatte ich Ende Oktober bereits eine Woche Überstunden angehäuft. Das machte mir zu dem Zeitpunkt aber garnicht so viel aus, da ich mich in der damaligen Wohnung sowieso nicht wohl fühlte, niemand zuhause auf mich wartete und ich deshalb genauso gut im Büro bleiben konnte.
Natürlich hätte ich dann abends irgendwann trotzdem hier bloggen können, aber wenn man den größten Teil des Tages produktiv vor dem Bildschirm gesessen hat, sind Serien oder ein Tatort einfach attraktiver als ein neuer kreativer Blogbeitrag.
Jetzt wohne ich in einer anderen Wohnung, fühle mich zuhause, habe quasi eine feste Abendplanung unter der Woche und es machte mir dann irgendwann auch etwas aus, immer als letzter im Büro das Licht auszumachen. “Und warum kamen dann keine Blogbeiträge?” fragt der kritische Leser? Ganz einfach: Weil Serien oder ein Tatort nach wie vor attraktiver waren.
Vor kurzem habe ich allerdings festgestellt, dass ich neben der Urlaubsdokumentation auch noch einen Praktikumsbericht zu schreiben sowie eine Studienarbeit zu überarbeiten habe und damit wird die Last doch so hoch, dass Serien und Tatorte irgendwann nicht mehr mithalten können. Aber da ich mir dann natürlich wieder das einfachste für meine Leser attraktivste Angebot rausgesucht habe, geht es hier jetzt endlich weiter – auch ganz ohne Versprechen und Eintrittsgelder!
Hier also die letzten Beiträge und Fotos aus China und dem Abschlussurlaub:
Einmal München und zurück oder Die Qual der Wohnungssuche
0 Comments Published Wednesday, 30. September 2009 - 23:25 Uhr in FreistaatDass ich jetzt in München bin, haben die meisten von Euch schon festgestellt. Für alle, die noch nicht aufgeklärt sind: Ich mache vorerst bis Ende Januar ein Praktikum bei einem Großunternehmen. Da ich jedoch nicht vorhabe, über das Arbeitsleben zu bloggen (und wenn doch, dann nur am Rande) spielt alles weitere auch keine Rolle. “Was redest Du da? Weiß doch eh jeder, dass Du bei…” Genau! Aber es gibt aus München einfach spannendere Dinge zu berichten als das einfache Arbeitsleben und damit fange ich jetzt auch gleich an:
Ich muss zugeben, dass ich mir die Wohnungssuche etwas einfacher vorstellt hatte. Vielleicht sogar zu einfach.
Aber da mir das firmeneigene Wohnheim als Notfallplan auch nicht von Anfang an zur Verfügung gestanden hätte und auch nicht meine erste Wahl gewesen wäre, war ich auf den regulären Wohnungsmarkt quasi angewiesen.
Zwar habe ich in Aachen zu Beginn meiner Studienzeit schon einmal Anzeigen wälzen müssen und bin öfters hin- und hergefahren ohne etwas Vernünftiges zu finden, aber das hatte ich wohl in der Zwischenzeit verdrängt. Oder einfach vergessen, weil mir nicht so absurde Dinge wie Besuchs-Verbote oder Funkwellen-Allergien in guter Erinnerung geblieben sind. Aber langsam und von vorn…
Ich habe es meiner wohl treuesten Leserin versprochen, dass ich an diesem Wochenende den ersten Urlaubsbericht online stellen würde und ich habe mein Wort gehalten.
Zusätzlich committe ich mich hier und jetzt: Ab heute erscheint spätestens an jedem dritten Tag ein neuer Eintrag – sowohl vom Abschlussurlaub als auch aus München. Da ich jedoch die Chinabeiträge zeitlich einordnen will (um sie dann in der richtigen Reihenfolge und nicht so zerpflückt zu haben), werde ich solange einen Beitrag mit Links zu den jeweiligen Beiträgen aktualisieren, bis ich wieder “aktuell” und sozusagen in der heutigen Zeit angekommen bin.
Viel Spass beim Lesen und Danke für Eure Geduld – ich hoffe es gibt keine Enttäuschung!
In Bayern noch nicht daheim…
2 Comments Published Wednesday, 23. September 2009 - 5:09 Uhr in Freistaat“Da fragen Sie mal den Herrn Nüssler, Abteilung 123!”
“Wie war der Name? Nüssler?”
“Ja, Nüssler, wie man’s spricht!”
Ich habe ein bisschen länger gesucht und Herrn Niessl dann irgendwann auch erreicht. Bin angekommen in München – habe Sprachbarrieren festgestellt!
“Warum machst Du uns mit einer Ueberschrift heiss, wenn dann doch nichts kommt?” koenntet Ihr jetzt sofort sagen, nachdem nach kurzem Ueberfliegen des Beitrags klar ist, dass hier doch keine Links auftauchen. Und Ihr haettet ja auch recht. Aber ich kann das erklaeren…
1) Fotos
Mein neues Spielzeug macht Aufnahmen im RAW Format. Das ist toll, weil mehr Farben und so. Weil dann aber die Speicherkarte ratz-fatz voll ist, moechte ich nicht noch mehr Platz verschwenden, indem ich auch noch JPEG speichere. Jetzt fehlt mir hier unterwegs damit aber ein geeignetes Tool, der Speicherplatz, entsprechende Computerleistung UND die Zeit, um die Fotos umzuwandeln und zu bearbeiten. Darum gibt es zur Zeit also nicht so wirklich Fotos aus dem Urlaub zu sehen.
2) Videos
Dank meines neuen Spielzeugs habe ich meine alte Kamera beim letzten Kurzbesuch in der Heimat gelassen. Da die Spiegelreflexkamera aber keine Videos aufnehmen kann, musste ich mir fuer die letzten zwei verbleibenden Videos die Kompaktkamera von Johannes ausleihen. Die nimmt allerdings in einem so umstaendlichen und grossen Format auf, dass ich das Material erst umwandeln muss, um es fuer Euch komfortabel hochladen zu koennen.
Was dabei rauskommt, wenn man nicht die passende Software und Rechnerleistung hat, haben einige von Euch vielleicht schon bei Sevenload gesehen – das Video ist so asynchron, dass ich es hier nicht verlinken werde…
3) Mehr
Zu “Mehr” zaehle ich zur Zeit alles, was nicht Bild und Ton hat. Dazu gehoeren Erlebnisse aus dem Urlaub, aus den letzten Tagen in Peking, Dinge, die mich an den Chinesen im letzten Jahr gestoert haben und Gruende, warum dies nicht mein letzter Besuch in diesem Land gewesen ist. Dazu brauche ich keine grossartige Rechnerleistung, sondern nur Zeit. Und die habe ich jetzt gerade, waehrend ich in Kuala Lumpur auf meinen Weiterflug nach Australien warte, zum ersten Mal – es reicht also, um mal ein paar aufmunternde Worte hier loszuwerden.
Aufmunternd deshalb, weil ich hoffe, dass die noch folgenden Beitraege, mit denen ich in drei Wochen (also nach meiner Rueckkehr nach Deutschland) beginnen werde, dann auch noch von Euch gelesen werden und Fotos und Videos dann auch noch angeschaut werden.
Jetzt werde ich mich allerdings schon wieder auf dem Weg zum Flughafen machen muessen – vielleicht ist der letzte Flug ja ausnahmsweise mal puenktlich?!
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