Auf dem Weg zum Dach der Welt
0 Comments Published Tuesday, 7. July 2009 - 2:16 Uhr in China, UrlaubNoch bevor ich mich im letzten Jahr auf den Weg nach China machte, stand für mich fest, dass ich einen Teil der Zeit auch in Tibet verbringen würde. Irgendwie gehörte es für mich – politisch völlig wertfrei – dazu. Schon unsere alte Erdkundelehrerin Frau K., die man schon Meilen gegen den Wind an ihrem fiesen Mottengeruch Vanille-Parfüm erkannte, hatte uns immer viel darüber zu erzählen. Ob sie noch ihren alten Lada fuhr? Wobei sie den angeblich mittlerweile gegen einen roten Golf IV eingetauscht hat. „Was interessiert uns der Lada?!“ sagt Ihr? Zurück zu Tibet.
Micha, Jo und ich durften uns Basti samt Schwester Kathrin sowie Christina und ihren ebenfalls zugereisten Geschwistern Kathi und Moritz anschließen.
Das hatte für beide Parteien verschiedene Vorteile: Wir mussten uns nicht mehr wirklich um einen Anbieter bemühen und die Initiatoren der Reise bekamen sogar noch Rabatt auf den Reisepreis.
Der galt dann zugebenermaßen für die ganze Gruppe aber wie auch immer, es passte einfach auf Anhieb und wir sollten zu Acht eine Menge Spaß in Tibet haben.
Das sah zu Beginn allerdings noch nicht ganz danach aus. Zum einen gab es Schwierigkeiten, Tickets für die 48-stündige Zugfahrt zu bekommen und letztendlich bin ich auch froh, dass wir uns für den zwar teureren aber deutlich kürzeren Flug entschieden hatten. Zum anderen verbrachte ich die letzte Nacht im leeren Zimmer wieder auf der schon bekannten Betonmatratze und war demzufolge nach 2h Schlaf am nächsten Morgen noch nicht in der perfekten Reisestimmung.
Der Flug dauerte in etwa 5 Stunden, einen kleinen Zwischenstopp in Chongqing nicht eingerechnet. „Zwischenstopp? Du meinst sicher umsteigen“ höre ich hier die Vielflieger nörgeln aber dem kann ich heute nicht zustimmen. Das Flugzeug landete im Smog der Stadt, der so heftig war, dass man das andere Ende der Start- und Landebahn nicht sehen konnte und wartete abseits des regulären Flugverkehrs mit geöffneter Tür und Treppe. Ein paar Passagiere stiegen aus und der Rest machte halb aus der Tür gelehnt Planespotter-Bilder. Irgendwann parkte dann eine andere Maschine neben uns und das Flugzeug wurde von den über das Rollfeld spazierenden Passagieren wieder aufgefüllt. Dass darunter auch ein ehemaliger Tutor von Johannes aus Aachen war, zeigt nur mal wieder wie klein die Welt eigentlich ist.
Der Flug über Tibet und der Anflug auf Lhasa selbst waren gigantisch. Auch auf Reiseflughöhe waren die Berge so nah, was bei einer Durchschnittshöhe von 4500 Metern nicht verwunderlich ist.
Zwischen all dieser Einöde erhaschten wir trotzdem einen Blick auf satte Grünflächen und bunte Felder was dafür umso erstaunlicher und eindrucks-voller war.
In Lhasa wurden wir alle Opfer der Höhenkrankheit und klagten über Schwindel und Atemnot. Dabei sollte ich allerdings bemerken, dass wir bereits im Vorfeld der Reise und noch während des Fluges schon alle möglichen Anzeichen diskutiert hatten und die Symptome bei allen mit Ausnahme von Basti, der fast die ganze Zeit Probleme damit hatte, eher auf psychologische Gründe zurückzuführen war. Zudem hatten wir mit Kathrin eine vertrauensvolle Ärztin mit dabei.
Auf dem Parkplatz wurden wir von unserem Tourguide Kalsang mit traditionellem Lametta tibetischen Schal begrüßt und mit Mühe und Not in einen Minibus verfrachtet. Er hatte wohl nur an acht Personen, nicht aber an acht Gepäckstücke gedacht – irgendwie typisch chinesisch. Aber warum sollte Tibet auch anders sein als der Rest von China…
No Responses to “Auf dem Weg zum Dach der Welt”
Please Wait
Leave a Reply